Sagen und Geschichten


Der Teufelsstein


Südlich der Gemeinde in Richtung Krina, liegt der wohl mächtigste Findling in der Heide.
Der mächtige Findling kam vor Jahrtausenden mit der Eiszeit aus Nordeuropa in die Dübener Heide.
Mit seiner sichtbaren Höhe von 1,5 m und einem Durchmesser von 3,7 m und 11m Umfang ist er einer der größten in unserer Region, wobei seine übrige, in der Erde verborgene Gestalt nicht bekannt ist. In früherer Zeit konnte man sich die Herkunft des Findlings nicht erklären, und so ranken sich viele märchenhafte Sagen und Geschichten um diesen Stein.

Eine Sage lautet folgendermaßen:

In grauer Vorzeit hatte der Teufel von Pouch Herrschaft über die gesamte Dübener Heide und so auch über das Dörfchen Schköna erlangt. Eines Tages aber wurden die Schkönaer des Teufels überdrüssig und bauten ihre Kirche mit dem weithin sichtbaren Turm. Als der Teufel davon erfuhr, geriet dieser in rasende Wut, weil er nun um seinen Einfluß auf die Menschen fürchten mußte. Also nahm er große Steine zur Hand und schleuderte sie gegen das Dorf und den Kirchturm, um alles zu vernichten. Die Steine verfehlten jedoch ihr Ziel und liegen noch heute in der Heide verstreut. Viele kleine Findlinge liegen verstreut im Wald, der größte von ihnen fiel kurz vor Schköna auf den Boden und bohrte sich tief in die Erde.
Auch er erreichte sein Ziel, die Schkönaer Kirche, nicht.







Frau Lehmann wurde erschlagen


Wer hat verdächtige Personen gesehen? - Aus Zeitungsberichten anno 1939

Zu der Auffindung der Leiche der Frau Auguste Lehmann aus Schköna, über die wir gestern berichteten, gibt die Mordkommission der Kripo Halle folgenden Bericht heraus:
Die 54 Jahre alte Witwe Auguste Lehmann aus Schköna (Kreis Bitterfeld) wurde seit 11. Juli vermißt. Sie war an diesem Tag in den Staatsforst in der Nähe ihres Wohnortes gegangen und wollte Beeren sammeln. Seit dieser Zeit ist sie nicht mehr gesehen worden. Bei den wiederholten Suchaktionen in den Waldungen wurden keine auf die Frau hindeutende Spuren entdeckt. Am Mittwoch wurde nun zufällig die Leiche der Frau in einer Kieferndichtung in der Nähe der Försterei Grenzhaus entdeckt. Gendarmerie und Forstbeamte sicherten die Fundstelle, Vertreter der Staatsanwaltschaft Torgau und die Stelle Halle wurden alarmiert...

Es ist festgestellt worden, das Frau Lehmann schon am 11. Juli, bald nach Betreten des Waldes, wahrscheinlich zwischen 6 und 7 Uhr früh, erschlagen wurde. Der Täter schleppte sein auf gräßliche Weise zugerichtetes Opfer in die Kieferndichtung. Die Gegenstände, die die Frau bei sich führte, eignete sich der Mörder nicht an, sondern versteckte sie in den verschiedenen Waldteilen. Volksgenossen, die zu der erwähnten Zeit, also Dienstag, 11. Juli, verdächtige Personen in der Nähe der Försterei Grenzhaus, insbesondere auf dem Waldwege zwischen Schwemsal und Radis gesehen haben oder sonst Angaben zu machen vermögen, die zur Klärung dieses scheusslichen Verbrechens geeignet sind, werden gebeten, sich bei der nächsten Polizei- oder Gendarmeriestelle oder bei der Mordkommission der Kripo Halle, zur Zeit in Schköna, Fernsprecher Gräfenhainichen 373, zu melden.

Werner Kramer zum Tode verurteilt
Der Schrecken der Dübener Heide vor dem Mitteldeutschen Sondergericht in Halle


Der Täter, der 26 Jährige Werner Kramer aus Dessau-Süd, hatte sich gestern vor dem Mitteldeutschen Sondergericht in Halle zu verantworten. Kramer hatte nach anfänglichem Leugnen ein volles Geständnis abgelegt. Er wurde als gefährlicher Gewohnheitsverbrecher wegen Mordes zum Tode verurteilt, ferner wegen versuchten Mordes, wegen versuchter Notzucht in Tateinheit mit Sittlichkeitsverbrechen an einem minderjährigen Mädchen, zuletzt wegen Notzucht in 10 Fällen und wegen schweren Raubes in 13 Fällen zu einer Gesamtstrafe von 15 Jahren Zuchthaus bei Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebszeit.

Todesurteil vollstreckt

Der Mörder von Schköna hingerichtet
Halle: am 10. November 1939 ist der am 1. Mai 1913 in Berlin geborene Werner Kramer hingerichtet worden, der vom Sondergericht Halle (a.7) a./S wegen Mordes zum Tode verurteilt worden war. Kramer, ein gefährlicher Gewohnheits- und Sittlichkeitsverbrecher, der den Schrecken der Bevölkerung in der Dübener Heide bildete, hatte am 11. Juli 1939 in der Nähe von Schköna eine 54 Jährige Frau ermordet nachdem er vorher versucht hatte an ihr ein Sittlichkeitsverbrechen zu verüben.